Eine Ausbildung ist eine Berufsausbildung in einem deutschen Betrieb. Du arbeitest im Betrieb, gehst zur Berufsschule und bekommst jeden Monat Geld. Bewerben kannst du dich auch aus deinem Heimatland, per E-Mail oder online. Das Visum beantragst du erst, wenn du einen Ausbildungsvertrag hast.
Hier sind die Schritte in der üblichen Reihenfolge.
Schritt 1: Deutsch lernen, Ziel B1
Im Betrieb und in der Berufsschule sprichst du Deutsch. Deshalb fragen fast alle Betriebe nach Deutschkenntnissen. Für das Visum brauchst du in der Regel ein Zertifikat auf B1. Viele Betriebe wünschen B1 oder B2.
- Die deutschen Botschaften akzeptieren Zertifikate von Goethe-Institut, telc, ÖSD, ECL und das Deutsche Sprachdiplom (DSD). TestDaF zählt ab B2.
- Für das Visum sollte die Prüfung meist nicht älter als ein Jahr sein.
- Du kannst dich schon bewerben, während du lernst. Schreib dein aktuelles Niveau und den Termin deiner Prüfung in die Bewerbung.
Schritt 2: Beruf wählen
Im Ausbildung Explorer vergleichst du 728 Berufe: Gehalt in der Ausbildung, Dauer, das übliche Deutschniveau und die Zahl der offenen Stellen. Such dir ein bis drei Berufe aus. Eine Bewerbung mit klarem Ziel überzeugt mehr als eine allgemeine.
Schritt 3: Bewerbungsunterlagen vorbereiten
Zu einer Bewerbung für eine Ausbildung gehören meist:
- Anschreiben auf Deutsch, eine Seite, für jeden Betrieb neu geschrieben,
- Lebenslauf auf Deutsch, als Tabelle, ein bis zwei Seiten. Du kannst ihn mit unserem kostenlosen Lebenslauf-Maker erstellen,
- Schulabschlusszeugnis und die letzten Zeugnisse, mit Übersetzung auf Deutsch oder Englisch,
- Sprachzertifikat oder ein Nachweis über deinen Deutschkurs,
- weitere Nachweise, wenn du sie hast: Praktika, Arbeitszeugnisse, Kurse.
Speichere alles in einer PDF-Datei, in dieser Reihenfolge: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse. Gib der Datei einen klaren Namen, zum Beispiel Bewerbung_Name_Ausbildung.pdf.
Die meisten Betriebe verlangen keine offizielle Anerkennung deines Schulabschlusses. Manche Botschaften verlangen sie aber für das Visum. Schau früh in die Checkliste der deutschen Botschaft in deinem Land. Dann hast du genug Zeit für Übersetzungen und Beglaubigungen.
Schritt 4: Ausbildungsstellen finden
In unseren Ausbildungsstellen findest du mehr als 10.000 offene Stellen der Bundesagentur für Arbeit. Du suchst nach Beruf, Ort und Startjahr. Du kannst auch direkt in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit suchen.
- Die meisten Ausbildungen beginnen im August oder September. Viele Betriebe wählen ihre Azubis Monate vorher aus. Bewirb dich früh.
- Lies jede Anzeige genau: Beginn, Schulabschluss und Deutschniveau.
Schritt 5: Das Anschreiben
Im Anschreiben erklärst du, warum du genau diese Ausbildung in genau diesem Betrieb machen willst. Schreib es auf Deutsch und auf höchstens einer Seite.
- Einstieg: Für welche Ausbildung bewirbst du dich, ab wann? Wo hast du die Stelle gefunden?
- Warum dieser Beruf: ein echter Grund, zum Beispiel ein Schulfach, ein Job oder ein Hobby.
- Warum dieser Betrieb: ein oder zwei Punkte aus der Anzeige oder von der Website des Betriebs.
- Was du mitbringst: Schulnoten, Praktika oder Arbeit, dein Deutschniveau. Schreib nur, was stimmt.
- Visum: ein Satz, dass du im Ausland lebst und das Visum beantragst, sobald du einen Vertrag hast.
- Schluss: Du freust dich auf ein Gespräch, gern auch per Video.
Schick nicht jedem Betrieb denselben Text. Das merken die Betriebe. Hilft dir jemand beim Deutsch, lies den Text genau. Du solltest jeden Satz im Gespräch erklären können.
Schritt 6: Bewerbung per E-Mail
Viele Betriebe nehmen Bewerbungen per E-Mail an. Bei DeinAzubi sind rund 1.300 Stellen mit Direkt bewerben markiert. Dort bewirbst du dich per E-Mail. Bei den anderen Stellen steht in der Anzeige, ob du dich auf der Website des Betriebs oder über die Anzeige der Bundesagentur bewirbst.
Eine gute Bewerbungs-E-Mail:
- kommt von einer E-Mail-Adresse mit deinem Namen, nicht von einem Spitznamen,
- hat einen klaren Betreff, zum Beispiel Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Fachinformatiker ab August 2027,
- hat einen kurzen Text mit drei oder vier Sätzen, mit dem Namen der Ansprechperson, wenn er in der Anzeige steht,
- hat eine PDF-Datei im Anhang, nicht viele einzelne Dateien.
Beispieltext (Teile in Klammern ersetzen):
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit bewerbe ich mich um einen Ausbildungsplatz als [Beruf] ab [Monat Jahr]. Meine Bewerbungsunterlagen finden Sie im Anhang. Für ein Gespräch, gern auch per Video, stehe ich gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
[Dein Name]
Hörst du nach zwei Wochen nichts, kannst du einmal kurz und freundlich nachfragen.
Schritt 7: Vorstellungsgespräch per Video
Betriebe laden Bewerber aus dem Ausland oft zu einem Gespräch per Video ein. Bereite es vor wie ein normales Gespräch.
- Teste Kamera, Mikrofon und Internet am Tag vorher. Such dir einen ruhigen, hellen Platz.
- Bereite kurze Antworten auf Deutsch vor: Wer bist du? Warum dieser Beruf, dieser Betrieb, Deutschland?
- Rechne mit Fragen zu deinem Deutsch, zum Visum und zur Wohnung. Wisse, was das Visum verlangt (siehe Schritt 8).
- Leg deine Unterlagen bereit. Überleg dir zwei oder drei Fragen, zum Beispiel zur Berufsschule oder zu den ersten Wochen.
Manche Betriebe machen ein zweites Gespräch oder geben dir eine kleine Aufgabe, bevor sie entscheiden.
Schritt 8: Ausbildungsvertrag und Visum
Will dich der Betrieb einstellen, schickt er dir einen Ausbildungsvertrag. Prüf, ob darin stehen: Beruf, Beginn, Dauer, Arbeitszeit pro Woche und die Vergütung für jedes Ausbildungsjahr.
Die Vergütung ist wichtig für das Visum. 2026 gilt dein Lebensunterhalt als gesichert, wenn du mindestens 1.048 € brutto im Monat bekommst. Ist es weniger, zeigst du die Differenz mit einem Sperrkonto oder einer Verpflichtungserklärung einer Person in Deutschland.
Mit dem unterschriebenen Vertrag beantragst du das Visum bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat in deinem Land. Alles dazu steht in Visum für die Ausbildung: Voraussetzungen und Ablauf.
Vorsicht bei bezahlten Vermittlern
Du musst niemandem Geld zahlen, um eine Ausbildung zu finden oder dich zu bewerben. Die deutschen Botschaften sagen: Ihre Informationen und Formulare sind kostenlos. Sie warnen vor Dritten, die Visum-Informationen verkaufen. DeinAzubi ist kostenlos und vermittelt keine Visa.

